Entrepreneur in Residence

In letzter Zeit treffe ich einige Leute, die mich fragen: „was machst Du eigentlich?“
Der entsprechende Facebook-Status würde wohl lauten „it‘s complicated“, weil es nicht in einem Satz zu sagen ist.

Einerseits bin ich nach wie vor ein aktiver Gesellschafter und Beirat bei Qype, wo ich im Sommer kurzfristig auch im Produktbereich betreut hatte. Gleichzeitig habe ich den Wechsel zum neuen CEO Ian Brotherston begleitet.

Andererseits bin ich „Executive Chairman“ bei Avocadostore. Ein gutes deutsches Wort fällt mir für diese Tätigkeit nicht ein. Ich habe die Firma gemeinsam mit Philipp Gloeckler gegründet, vorfinanziert, noch einige Investoren dazugeholt und bin einige Tage im Monat direkt im Unternehmen, um Philipp zu unterstützen.

Meine Zelte aufgeschlagen habe ich aber neuerdings als „Entrepreneur in Residence“ bei BV Capital / eVenture in Hamburg.

Wie so oft, ist diese Tätigkeitsform in Deutschland kaum bekannt, daher einige Worte dazu: Ein Entrepreneur in Residence (EIR) unterstützt einen VC bei der Identifikation von herausragenden Unternehmer, gibt Input und erhält gleichzeitig Zugang zur Denkweise der Investoren. Es lässt sich vor allem in den USA durchaus ein Trend ausmachen, dass Top Serial Entrepreneurs auf Zeit zu Top VCs gehen.

Ein relativ prominentes Beispiel für EIR ist Marten Mickos, der Gründer von MySQL, als EIR bei Index Ventures. Das Beispiel Marten zeigt auch, dass der Grad gegenseitiger Verpflichtung beim Modell EIR gering ist. Martin war als EIR bei Index Ventures, und ist danach bei Eucalyptus eingestiegen, an dem BV Capital beteiligt ist.

Noch ein paar Worte zu BV Capital / eVenture:

BV eVenture ist ein Team, das in USA und Europa in innovative  Internet Modelle investiert. Die neuesten Fonds sind BV Capital III fuer die USA und eVenture I fuer Europa/Osteuropa, die beide vom gleichen Team gemanagt werden. Das BV Team investiert seit über 10 Jahren in Silicon Valley und ist seit ca 2 Jahren mit dediziertem Europa Fonds eVenture hier nun auch stärker aktiv.

In einer internen Diskussion zur eigenen Positionierung sagte kürzlich einer der Leute im Büro: „Wir sind eher hands-on, unternehmerisch geprägte Investoren ohne Ego-Problem“ Letzteres ist mir am wichtigsten. Fokus sind Frühphaseninvestments im Fenster zwischen Angels und den „großen Fonds“, die mindestens 4 Millionen investieren müssen. Beispiele einiger Investenments sind in Europa: Citydeal/Groupon ; Darberry/Groupon; Kaufda und natürlich Myfab; aber auch „hot topics“ in den USA aus USA wie Eucalyptus (open source cloud computing).

Für mich ist neben dem exzellenten Track Record von BV / eVentures in Kombination mit der “kein Ego-Problem”-Thematik auch spannend, dass ich vor der Haustür in einen internationalen VC eingebunden bin, wo ich viel Neues sehen werde. Life long learning.

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