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21
Apr 10

Die wirkliche Bedeutung des iPad

Als das iPad vor 3 Monaten präsentiert wurden, waren die Web-Propheten wenig begeistert. Kein Flash und so weiter. Jetzt ist es der große Hype. In spätestens 3 Monaten werden wir das Android Pad haben und nächstes Weihnachten haben die Massen ein Gerät von Medion. Aber immer noch hat kaum jemand verstanden, was da passieren wird.

Meine These: In der selben Art und Weise, wie das iPhone endlich den Durchbruch bei der Internet-Nutzung unterwegs geschafft hat, bringt uns das iPad vom Schreibtisch auf die Couch.

Ich habe kürzlich zuhause einen Downgrade vorgenommen: Vom 17″ Notebook zum 13″ Macbook pro. Dadurch hat sich mein Surf-Verhalten vollkommen geändert. Arbeit, die Konzentration erfordert, Dinge die ich erledigen muss, erledige ich am Schreibtisch.

Wenn ich entspannt rumsurfen will: Top Gear schauen, mit den Kindern nochmal Maus sehen, oder auch bei eBay nach altem Fischertechnik suchen: Das mache ich auf dem Sofa.

Das hat ganz viel mit dem guten alten Entspannungsritual zu tun.

Ich glaube genau das wird das iPad erreichen: Eine neue Nutzungssituation bei der alles zusammen kommt: Ein kleines, handliches Gerät, WLAN überall, und vor allem ein Touch Screen mit toller Benutzeroberfläche.

Die Konsequenzen daraus kann man zum einen natürlich aus den iPhone Apps extrapolieren. Schönes neues Surf-Erlebnis, Lesen, Video schauen.

Für den eCommerce wird sich dadurch aber auch etwas ergeben: Suchaufträge mache ich immer noch am Schreibtisch. Das wird in Zukunft auch so bleiben. Wenn ich weiss was ich will, wenn ich es schnell brauche, dann wird das schnell vom Schreibtisch aus erledigt.

Aber wenn ich nicht weiss, was ich will, wenn ich stöbern will, ähnlich wie früher im Versandhauskatalog, dann nehme ich das iPad.

Und noch etwas: Die IPTV Propheten, die seit 15 Jahren irgendetwas von Konvergenz faseln, sind endgültig am Ende. Der Fernseher als zentraler Mittelpunkt existiert noch. Wenn man wirklich mal was gemeinsam sehen will.

Aber wer einmal versucht hat, einen Internet-Screen auf dem Fernseher mit Remote Keyboard oder Fernbedienung zu bedienen, der weiss: Sobald jeder für ein paar Hundert Euro das ganze Geschehen buchstäblich in der Hand haben wird, wird die Interaktion in der Hand sein. Ein iPod für jedes Familienmitglied zum individuellen Sehen und Blättern. Wenn man wirklich alle das gleich wollen um nachher mitreden zu können – von DSDS bis zum Tatort, dann wird es die Glotze bleiben. Aber Einkaufen am Fernseher – noch nicht mal Oma.

Ach ja, die Zahlen auf dem Chart oben: Das ist meine Schätzung. Definitiv genauer als alle Trendforscher zusammen.


18
Feb 10

Avocado Store zusammengefasst.

Avocado Store (http://avocadostore.de) ist eines der Projekte, die ich ausserhalb meiner Arbeit bei Qype mit anschiebe. Ich habe hier Geld reingesteckt, gleichzeitig arbeite ich hier auch mit. Mehr Hintergrund dazu hier im Interview bei Deutsche Startups.

Die Essenz von Avocado Store:

Avocado Store will eine Anlaufstelle sein für Alle, die sich bewußt sind, dass wir durch unseren Konsum nicht nur die Dinge im Kleinen verändern können, sondern dass wir durch Konsum auch Signale setzen, die auf Andere abstrahlen. Das sind viele Menschen, viel mehr als die früheren Ökos und später die Lohas. Es gibt eine Vielzahl von Produkten, die sinnvoller hergestellt werden, als die Produkte die wir alle kennen. Das reicht von der Boxer Short aus fair gehandelter Biobaumwolle bis zum Designer-Bürostuhl der wenn er kapputt ist, nach Cradle-to-Cradle Standard wieder zu einem neuen Bürostuhl gemacht werden kann. Die meisten Menschen wissen jedoch nicht, dass es diese Alternativen gibt, oder wo man die kaufen soll.

Wir bieten den vielen kleinen und großen Händlern für umweltfreundliche oder ökologisch sinnvolle Produkte eine Plattform mit der sie zum ersten Mal die Zielgruppe derjenigen erreicht, die sich für solche Produkte interessieren. Bislang sind diese Produkte entweder versteckt in herkömmlichen Versandhändlern oder eben nur vor Ort zu bekommen.

Idealerweise helfen wir mit, die Nachfrage nach diesen Produkten so zu aggregieren, dass die Preise hierfür sinken können. Im Food-Bereich haben Firmen wie Allnatura bewiesen, dass das geht.

Avocado Store wird die glaubwürdige Adresse für sinnvolle Produkte sein.


29
Sep 09

Cradle-to-Cradle Design

Kürzlich habe ich das Buch “Cradle-to-Cradle” gelesen, das international ein Bestseller ist. Brad Pitt wurde zitiert mit “eines der drei wichtigsten Bücher, die ich gelesen habe”.

Michael Braungart tritt engagiert gegen die Verzichtsethik der deutschen Nachhaltigkeitsbewegung auf. Er setzt gegen das existierende Paradigma der Öko-Effizienz (“weniger Schadstoffe, weniger Ressourcen, weniger Menschen”) ein völlig neues Paradigma, das der Öko-Effektivität: Gebraucht, produziert, aber die richtigen Dinge!

Braungart tritt laufend öffentlich auf, provoziert gern.

Michael Braungart: Why Less Bad Isn’t Better? from The DO Lectures on Vimeo.

Mir scheint, Michael Braungart ist international deutlich bekannter als in Deutschland. Mich beeindruckt besonders: Er tut was und redet nicht nur darüber. Und er weiss viel. Er hat Philips,Trigema, Unilever und Henry Miller beraten und mit ihnen Produkte entwickelt, die nicht nur weniger, sondern keine Schadstoffe enthalten. Flugzeugsitze, die man essen könnte, theoretisch zumindest. T-Shirts, die wirklich kompostierbar sind.

In der Taz findet sich ein sehr guter Beitrag über Braungart. Hier kommen auch Kritiker zu Wort.

Man kann die Diskussion so zusammenfassen:

Weniger Schadstoffe sind besser als viele Schadstoffe, sagen die Nachhaltigkeits-Vertreter. Das geht Braungart nicht weit genug – ich finde “weniger Schadstoffe” dennoch einen richtigen Schritt auf dem Weg.

Braungart setzt dagegen: Mit etwas mehr Nachdenken gar keine Schadstoffe zu produzieren, sondern wirklich in Kreisläufen zu denken, und das ist meines Erachtens mehr als ein Utopie, sondern das einzig sinnvolle Ziel.


23
Jun 09

Entrepreneur Internship Program

Es wird viel über Unternehmertum in Deutschland geredet, oder besser gesagt, den Mangel daran. Kürzlich war ich in Berlin auf einem Panel von Techcrunch auf dem neben der allfälligen Frage, “Wie komme ich an
Venture Capital”, auch die Rede auf das Thema Unternehmertum kam.

Markus Berger de Leon von Jamba war es, der das Thema Praktikum aufbrachte. Praktikum ist ja spätestens seit der gleichnamigen Generation ein Schimpfwort. Aber Markus hat Recht: Die meisten erfolgreichen Gründer haben zuvor mindestens ein Praktikum im Startup Umfeld absolviert. Denn man kann lange an der Uni über Entrepreneurship lernen, es geht um unternehmerische Praxis. Während ich dankbar bin für die Management-Erfahrung, die ich durch ein paar Jahre im Konzern erworben habe, hätte es mich extrem weiter gebracht, wenn ich früher auch andere Unternehmer kennen gelernt hätte.

Das Angebot: Entrepreneur Internship Program

Wir bauen – wie im letzten Post angerissen – im Moment drei Startups auf. Jedes der Gründerteams (eines gibt es schon) wird schrittweise Personal aufbauen, aber in der ersten Phase geht es immer auch um um Marktforschung, Business Pläne, Geschäftspartner überzeugen, Web Seiten aufbauen, Produkttests, PR. Es wird Wachstum geben, Entscheidungen, Erfolge und Rückschläge. Dazu viel Detailarbeit. Alles, was zum Unternehmerleben dazu gehört. Im Moment können wir Menschen anbieten, in der spannendsten Phase eines Unternehmens dabei zu sein. Als Praktikant.

Standort ist Hamburg – und seit 9flats auch Berlin.

Was muss man als Unternehmer lernen?

Man muss als potentieller Gründer lernen, Risiken einzugehen. Im Wettbewerb zu bestehen, das heißt zu siegen, und das bedeutet auch kämpfen. Die Wachstumsschmerzen von Unternehmen zu erleben, ist was ganz anderes, als darüber zu lesen. Die Spannung zu erleben, ob der Kunde zusagt und die Freude über einen gewonnen Auftrag kann man nicht anders erfahren.  Der potentielle Gründer sollte auch sowas wie Durchhaltevermögen erwerben. Auch das geht besser im Praktikum als beim Lesen einer Biographie von Steve Jobs.

Erfahrungswerte

Wenn ich mich an die vielen Leute erinne, die ich als Praktikanten kennen lernte, gibt es eine auffällige Regel: Diejenigen, die Praktikanten in meiner Konzernzeit waren, gingen später als Angestellte in größere Unternehmen. Auch aus Startup-Praktikanten wurden oft Angestellte im selben Unternehmen. Aber überraschend viele Praktikanten und Mitarbeiter, die ich in den Startups kennen gelernt habe, wurden später irgendwann einmal Unternehmer.

Voraussetzungen:

Wir suchen Praktikanten, die mindestens 6 Monate dabei sein wollen.

Wir suchen Menschen, die was bewegen wollen. Mit Geschäftssinn. Menschen, die entscheiden wollen und können. Offen für Neues, im Team arbeiten, wollen. Sich schnell auf neue Situationen einstellen können.
Durchhaltevermögen haben. Lernen wollen. Begeisterungsfähig sind.

  • Studienfächer bevorzugt aus der wirtschaftlichen und technischen Umfeld
  • Bachelor Studenten, die maximal noch 1 Jahr bis zum Abschluss haben
  • Master-Studenten
  • Absolventen, deren Abschluss maximal 2 Jahre zurück liegt
  • Hohe Online Affinität
  • sehr gute akademische Leistungen
  • Unternehmergeist
  • hervorragende Englisch-Kenntnisse

Tipps zur Bewerbung bei uns

  • Nur bewerben, wenn Ihr die Kriterien oben wirklich erfüllt.
  • Nur bewerben, wenn das Praktikum in den nächsten 6 Monaten starten kann.
  • Engagement zeigen.
  • Nach der Bewerbungsmail erreichbar sein.
  • Die Email-Adresse für Bewerbungen ist mein Nachname bei googlemail.

10
Jul 08

Zitat des Tages

„Die Deutschen werden andere Autos fahren und anders wohnen, mehr Geld für Nahrungsmittel und die monatlichen Heizkosten ausgeben und härter arbeiten müssen,wenn sie ihren Lebensstandard halten wollen. Und vor allem: Sie müssen Energie sparen, bis es weh tut.”

Der Spiegel, 7.7.2008