Ich war vor einem Jahr auf einer Konferenz, bei der die überwiegende Zahl der Teilnehmer Werber waren. Eines der 40 Panels beschäftigte sich mit Nachhaltigkeit. Ergebnis war im Nachhinein nicht berauschend. Erinnern werde ich mich jedoch immer an dieses unbedeutende Panel, denn ein Werber brachte die ganze Denke auf den Punkt:

“What can I buy that helps me to be green”.

Ich fand das unglaublich zynisch.
Meine private Ethik – und meist Handeln – ist tatsächlich geprägt von: Weniger kaufen. Weniger brauchen. Mehr auf Qualität als auf Quantität achten. Es geht um Lebensqualität.

Mittlerweile bin ich etwas nachdenklich geworden: In der Tat sind wir alle so konditioniert, dass wir uns unseren Kick über Konsum holen: Die Hochglanz-Zeitschrift für die kleine Escapismus Attacke, das neue Auto für’s Selbstwertgefühl, und vielleicht etwas Bio für die Familie (Luftfracht aus Peru) für’s gute Gewissen? So ist leider die Realität.

Mein Konsum für’s gute Gewissen in letzter Zeit:

  • Stromsparlampen im ganzen Haus
  • letzte Woche wurde der Parikelfilter für den Familien-Touran nachgerüstet,
  • beim neuen Einbauherd wurde natürlich auf relative Sparsamkeit geachtet (was wahrscheinlich ziemlicher Quatsch ist).

Vielleicht sollte man sich doch nicht so auf’s hohe Ross stellen und eher überlegen: Welche Brücken können wir einander bauen, um mit dem bekannten Verhaltensmuster: Einkaufen, Geld ausgeben das richtige zu erreichen?



  1. Jan Schoenmakers on Monday 3, 2008

    Die Veränderung hin zu umweltbewussteren Leben führt realistischer Weise über – nicht gegen! – den Konsum. Wenn ein ökologisch bewusster Lebensstil aus seiner Nische (mag man sie Öko, LOHAS oder was auch immer nennen) herauskommen und Mainstream werden will (und das muss er wollen!), muss er innovativ, clever und selbstbestimmt wirken…nicht dogmatisch oder von Verzicht geprägt. Brücken zum Wandel liegen in den Produkten und Verhaltensweisen (von Ökostrom über Hybridautos zu Energiesparlampen, Bio-Produkte-Kaufen und das-Licht-hinter-sich-Ausschalten), die eine erhebliche Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks ermöglichen, ohne dem Konsumenten einen Verzicht an Luxus und Lebensqualität (oder einen hohen Mehrpreis) abzuverlangen. Wir sind alle seit unserer Kindheit kapitalistisch geprägt – der Konsum kann nur von innen heraus revolutioniert werden.

  2. admin on Monday 3, 2008

    Jan: Genau das wollte ich mit meinem Blog Post andeuten, aber ich habe es nicht so schön gesagt :-)